EbM - Einführung- Evidence Based Medicine
   
  Syn: Evidenzbasierte Medizin Engl: evidence based medicine
  Siew 152 - 161
   
 
  Weisungsblatt EbM, Spital Riggisberg, Chirurgie, 06.09.06    
  Vortrag EbM, Spital Riggisberg, Chirurgie, 06.09.06    
   
 
Geschichte
   
   
 
  EBM wurde seit den 1980er-Jahren zuerst in Kanada und England (NHS!) popularisiert.
  ua die Cochrane-Zentren (auf Anregung des brit. Arztes und Epidemiologen Archie Cochrane), als weltweite Netzwerke von Wissenschaftlern, durchforsten seither systematisch die zur Verfügung stehenden Informationen (Literatur, Studien, Kongressnotizen) auf konkret anwendbare medizinisch-wissenschaftliche Informationen.
   
 
Allgemein
  - Annäherung der Medizin an eine exakte Wissenschaft
   
  „EbM ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen  Versorgung individueller Patienten".
    D.L. Sackett
     
  EbM bezieht sich damit auf die Behandlung individueller Patienten.
  Davon zu unterscheiden ist die Erstellung von evidenzbasierten Leitlinien, Richtlinien oder Empfehlungen, die ein Kollektiv von Patienten betreffen.
   
 
Ziel
    der EbM ist es, ärztliche Handlungen (Diagnostikschritte bis Therapie) wissenschaftlich (überprüfbar, rational, objektivierbar) zu begründen bezw. begründbar zu machen.
    Dies im Gegensatz zur älteren Vorgehensweise, Methoden von den Lehrern ungeprüft zu übernehmen. (=Eminence Based Medicine, medizinische Schulmeinung)
    Gesundheitsökonomisch kommt dazu, dass die medizinische Versorgung effizienter gemacht und die Bezahlung auf Massnahmen fokussiert werden muss, deren Nutzen für den Patienten belegbar ist.
    Zusätzlich bietet EbM einen Zugang, zB Diagnostikschritte in einem Ablaufschema derart optimiert festzulegen, dass häufige Diagnosen früh gestellt und teurere Schritte für diejenigen Patienten vorbehalten werden, die mit einfacheren Methoden nicht diagnostiziert werden können.
       
Prinzip
    Lösung eines klinischen Einzelfalls durch Integration der besten in der Literatur verfügbaren Evidenz, der Erfahrung des Klinikers und der Berücksichtigung der Patentenpräferenzen.
       
Methodik
    Definition von Problem und Fragestellung
    Literaturrecherche anhand der zur Verfügung stehenden Handliteratur und Quellen aus dem Internet (z.B. Medline).
    Festlegung der gefundenen Evidenzen. Die gefundenen Daten werden aufgrund ihres Evidenzgrades eingeteilt, Therapieempfehlungen aufgrund ihrer Empfehlungsstärke.
    Beurteilung der Anwendbarkeit (externe Validität, Übertragbarkeit) auf den individuellen Fall bei EbM bezw. das angepeilte Kollektiv bei evidenzbasierten Empfehlungen.
    Integration der gefundenen Ergebnisse.
      Bei inkonsistenten und inhomogenen Daten; für eine differenziertere Empfehlungseinstufung siehe: http://www.cebm.net/levels_of_evidence.asp#levels
   
  schätzungsweise1 nur ca. 20% der diagnostischen und therapeutischen Massnahmen eines Arztes sind wissenschaftlich belegt.        
    Der Rest ist durch praktische Erfahrung gewachsen und wurde von Generation zu Generation weitergegeben, ohne jemals systematisch überprüft worden zu sein (=medizinische Schulmeinung).        
   
   
   
   
Quellen Verlauf Links
     
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begonnen   04.09.06    
aktualisiert:   06.09.06   Defiition, Methodik
         
broken links:   04.09.06    
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legende / farbcode
6   SMF: 07:2001: Fussangeln in Fallberichten und Fallserien    
7   SMF: 07:2001: Randomisierte Studien, Meta-Analysen und Publikationsprobleme    
8   Weisungsblatt EbM, Spital Riggisberg, Chirurgie, 06.09.06    
9   Vortrag EbM, Spital Riggisberg, Chirurgie, 06.09.06